Mit dem in § 36 verankerten Transparenzgebot sollte gerade solchen doppelten Botschaften entgegengewirkt werden. 11), die sich aus dem Auseinanderfallen von rechtlicher und sozialer Zugehörigkeit ergebenden Unsicherheiten und Unklarheiten soweit wie möglich aufzufangen und zur Bewältigung der komplexen Problematik an den Bedürfnissen der Minderjährigen – und nicht an denen der erwachsenen Beteiligten – orientierte Konzepte und Strategien einzusetzen (BT-Drucks. 4 BGB und die Einführung der geplanten, zeit- und zielgerichteten Intervention (BT-Drucks. Pflegekindschaft gerät so zum anschaulichen Beleg und Prüfstein dafür, ob die Rechtsordnung in der Lage ist, Spannungen zwischen Recht und Lebenswirklichkeit befriedigend zu lösen (vgl. Dass die verfassungsrechtliche Prüfung vom natürlichen Recht der Eltern zur Pflege und Erziehung ihrer Kinder ausgeht und die besondere Bedeutung von Art. Für die behördliche Praxis ist diese Entscheidung ebenfalls von erheblicher Bedeutung; sieht sie sich immer wieder vor die Frage gestellt, was aus einer Restabilisierung der Herkunftsfamilie folgt. Dem Auswahlverfahren von Pflegepersonen, deren Einbeziehung in die Hilfeplanung und der Verbindlichkeit und Akzeptanz der Zielvorgaben des jeweiligen Hilfeplanes durch Eltern wie Pflegeeltern und der sozialpädagogisch sensiblen Begleitung und Beratung des Pflegekindschaftsverhältnisses kommt zentrale, für das Gelingen grundlegende Bedeutung zu (zur fundierten Anbahnung vgl. (…) als Ergebnis sich kulminierender Effekte von Armut, Krankheit, Unwissen, psychischer Verelendung und Familienzerrüttung sowie deren Entsprechungen im Verhalten der Kinder und Eltern“. Allerdings stellt die vom BVerfG geforderte Risikoabwägung eine für die Praxis nur schwer überwindbare Hürde auf: Mit Sicherheit müssen die schädlichen Folgen der Trennung aufgefangen werden können (BVerfGE 79, S. 51, 67). 1 und 2, 37 Abs. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts allein reicht nicht aus, um gegen den Willen der insoweit weiterhin personensorgeberechtigten Eltern, d.h. ohne ihren explizit darauf gerichteten Antrag gem. sowie § 37 Rz. für den Bereich der Heimerziehung § 12 Satz 1 AdVermiG. 3 Nr. Die Unterbringung in Vollzeitpflege i.S.v. 1 Satz 2 gehören (vgl. Die Orientierung der Entscheidungsfindung an festen Fristen, wie Goldstein u.a. Ed. Wochenpflege ausdrücklich nicht, jedoch fällt sie nur soweit sie als Hilfe zur Erziehung“ (§§ 27 ff.) 37) wird die Befristung, soweit sie in Betracht kommt, nicht unbestimmt zu halten sein; auch wenn pädagogische Prozesse sich nicht exakt vorhersagen lassen, spricht viel mehr für als gegen eine exakte zeitliche Befristung der Pflegeverhältnisse wie der Überprüfungsintervalle. 1 Satz 3 Nr. 1 Nr. 5), kann zu erheblichen Problemen bei der Hilfegewährung gem. Aus der Perspektive des Kindes und des zivilrechtlichen Kindesschutzes wird es alleine darauf ankommen, ob das Kind seit „längerer Zeit“ in Familienpflege lebt (§ 1632 Abs. Das BVerfG wies diese Vorlage zurück: Im Rahmen der von § 1696 Abs. 30. Verheiratete Paare in stabiler Lebensgemeinschaft sind darunter genauso zu verstehen wie andere konstante Lebensformen von Erwachsenen (nichteheliche, verschieden – sowie u.U. Das einfühlende Element beruht auf der Fähigkeit professionell Handelnder, Emotionen zuzulassen, ohne sich selbst oder jene, denen sie dienen, auszubeuten – und sie versprechen nicht mehr, als sie einhalten können oder wollen (Golstein/Freud/Solnit/Goldstein, 1988, S. 107), 36 66 m.w.N. 1.5 Die Vollzeitpflege im System der Hilfen zur Erziehung. Für die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe sowie für die fachgerichtliche Rechtsprechung sind diese Entscheidungen maßgeblich. Für das BVerfG wie für die fachgerichtliche Entscheidungspraxis ist Rechtsprechung in diesem sensiblen Bereich stets eine Gratwanderung (vgl. 1985, S. 170), behutsame Rückführungen mittels gleitender Übergänge von der Pflegefamilie zur Herkunftsfamilie nach entsprechenden Übergangsphasen (BVerfGE 68, S. 176, 188). 1 Satz 2, 37 Abs. Hierfür können je nach Einzelfall eine Vielzahl von weiteren Umständen maßgeblich sein. Örtlich zuständig für die Gewährung von Leistungen nach den §§ 33, 39, 40 ist (zunächst) grundsätzlich der örtliche Träger, in dessen Bereich die Eltern ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben (§ 86 Abs. Zuzugeben ist, dass bislang die Rechtsprechung des BVerfG eine eindeutige Klärung des Verhältnisses der »Elternrechte« von leiblichen und Pflegeeltern nicht erbracht hat (vgl. übernommen – endlich die Konsequenz aus dieser tatsächlichen Handlung der Inpflegegabe und verleiht den Pflegeeltern, bei denen das Kind für längere Zeit lebt, die Alltagssorge (gem. In diesem Fall muss geprüft werden, ob die in Aussicht genommenen Adoptiveltern geeignet sind, die mit der Trennung des Kindes von seinen Pflegeeltern – die durch Art. hierzu Staudinger-Coester, § 1666a Rz. 12 ff. 14; Firsching-Ruhl, Rz. 1 zur Vermeidung von Etikettierungen gewählte abstrakte Formulierung („eine dem Wohl des Kindes oder Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist“) birgt die Gefahr einer behördlichen Vermeidungsstrategie und führt zu Unaufrichtigkeiten, die nach Möglichkeit Eltern nicht „weh tun“ will, um ihre Zustimmung zur Inpflegegabe zu erreichen. OLG Celle, FamRZ 1990, S. 191, 192) in Beziehung zum Kindesalter als eine relevante Bezugsgröße bei der Definition von »längerer Zeit« nach und nach durch: »Je jünger ein Kind ist, um so länger wird ihm die Zeitspanne erscheinen, und um so länger ist auch die Zeit in Beziehung zur Dauer seines bisherigen Lebens, so dass es schon einen recht langen Zeitraum darstellt, wenn ein einjähriges Kind seit einem halben Jahr in einer Pflegefamilie gelebt hat« (BayObLG, FamRZ 1981, S. 1080, 1082), und dabei kann die Gefährdung des Kindes gerade darin liegen, dass es »unvermittelt aus den persönlichen und sachlichen Beziehungen des Lebenskreises, mit denen es bis dahin bereits fest verwachsen ist, herausgerissen und damit einer inneren und äußeren Entwurzelung anheim gegeben würde« (BayObLG, DAVorm. Der Problemfamilie werden immer neue Chancen gegeben, immer neue Hilfsmöglichkeiten werden versucht, und wenn die Erfolglosigkeit all dieser langjährigen Bemühungen schließlich unabweisbar feststeht, ist das Kind möglicherweise irreparabel geschädigt. Damit wird auf den Unterschied zu den anderen institutionellen Unterbringungsformen gem. bezogen und übersehen, dass auch und gerade im Rahmen der geforderten Überprüfung eine umfassende Kindeswohlprüfung unter allen zum jetzigen Überprüfungszeitpunkt gegebenen Gesichtspunkten erfolgen muss. Am Ende des Jahres 1998 lebten in Deutschland 54.020 Kinder und Jugendliche in Vollzeitpflege. 19 Im Mittelpunkt einer weiteren für die Reichweite von § 1632 Abs. führte zu einer Verbleibensanordnung, weil zwei zwecks Heilbehandlung aus Kriegs- und Krisengebieten in die Bundesrepublik eingereiste Minderjährige nach Abschluss ihrer Behandlung von ihrem Vormund trotz unsicherer Lage in ihre Heimat zurückgeführt werden sollten, obwohl ihre Angehörigen dort nicht auffindbar waren (BVerfG, FamRZ 1995, S. 24 ff.). Unterschiedliche verfassungsrechtliche Aspekte finden sich in mehreren Kammerbeschlüssen des BVerfG: Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bestimmt, ob eine Verbleibensanordnung gem. 17 4, 1666 BGB; vgl. in den Mittelpunkt der Entscheidungspraxis von Gerichten sowie der Kinder- und Jugendbehörden. Die Praxis geht inzwischen zu Recht von einem offenen, funktionalen Familienbegriff bei der Erziehung in einer anderen Familie aus (Wiesner, § 33 Rz. 1 ein. Die verbreitete gerichtliche Praxis, „nur“ das Aufenthaltsbestimmungsrecht den Eltern zu entziehen (so fälschlicherweise LG Darmstadt, DAVorm.. 1995, Sp. nicht um Personen mit einer Berufsqualifikation für diese Aufgabe handelt (vgl. Suchtprobleme, psychische Erkrankungen), die zur Fremdplazierung führen, trotz intensiver Bemühungen der Jugendhilfe, nicht oder nicht wesentlich mit den Mitteln dieses, aber auch anderer Sozialleistungssysteme beeinflussbar sind. 14; ebenso § 34 Rz. kommt hier „Adoptionshilfe“ gem. 4 BGB a.F. 12); Vorrang von familialer Sozialisation vor institutioneller; Vorrang der Rückkehroption, aber nur innerhalb eines aus kindlicher Perspektive tolerierbaren Zeitrahmens, d.h. dass nicht später durch die Herausnahme des inzwischen verwurzelten Pflegekindes, dessen Wohl erneut gefährdet wird, und nur dann, wenn auch ansonsten keine Gefährdungen des Kindeswohls in seinem Herkunftsmilieu mehr bestehen; Begrenzung der widerrufbaren Pflegekindschaft auf von vornherein bestimmte Zeiträume; Größere Transparenz und Ehrlichkeit im Rahmen von Staatsintervention allen Beteiligten gegenüber; mehr Mitwirkungsmöglichkeiten und Beteiligungsrechte für Kinder und Jugendliche, ihre Eltern und Pflegeeltern; Größere rechtliche, fachliche und politische Aufmerksamkeit und Kontrolle diesem hochsensiblen Bereich von Jugendamtshandeln und Justiztätigkeit gegenüber; Eine geplante zeit – und zielgerichtete Intervention; Bei Aussichtlosigkeit der Realisierung oder nach Scheitern der Rückkehroption Sicherung der Dauerhaftigkeit der Kindesbeziehung durch. 5 BGB a.F. Die bewusst in § 27 Abs. 33) führt hierzu aus: 33) führt hierzu aus: „Die Vorschrift trägt der psychosozialen Realität Rechnung, dass ein Kind oder ein Jugendlicher, das bzw. Vollzeitpflege als Hilfe zur Erziehung ( 27, 33 SGB VIII) 5 2.2. 6 Abs. 39 SGB VIII - Kinder- und Jugendhilfe RdErl. Aber eben dieses „Im Unklaren lassen“ führt später zu Konflikten, Enttäuschungen, Doppelstrategien und widersprüchlichen Botschaften an die Adresse des Kindes, der Eltern und Pflegeeltern. 5 – seine Eltern werden zu den Kosten der Vollzeitpflege herangezogen (§ 91 Abs. 15). Der Kommentar zum SGB VII gibt einen umfassenden Überblick über das Recht der gesetzlichen Unfallversicherung. § 36 Abs. 911, 913: sechs Monate Aufenthaltsdauer nicht ausreichend, wobei die vorläufige Anordnung der Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts wegen »unzuträglicher Wohnverhältnisse« fragwürdig erscheint, andererseits wegen Gefährdungen anderer Kinder Jugendamt und VormG nicht ohne Grund besonders besorgt waren), andererseits wird aber auch trotz langer Dauer des Pflegeverhältnisses zuweilen die Herausnahme zugelassen (grundsätzlich BayObLG, DAVorm. 1 ff.). §§ 33, 39 erst ab wirksamer Einwilligung der Eltern (§ 1751 Abs. 8 Vgl. 4 genügt, um der im Einzelfall festgestellten Gefahr für das seelische Wohl des Kindes zu begegnen« (BVerfGE 88, S. 187, 197). Jugendarbeit nicht ausreichend begegnet werden kann (Wiesner, Kommentar SGB VIII, S. Vollzeitpflege wird in einer anderen Familie geleistet. 11/5948, S. 73) begegnen. Rz. Entgegen der Kommentierung in § 36 Rz. 1.3.3 Inpflegegabe nach familiengerichtlicher Sorgerechtsbeschränkung. Das SGB VIII berücksichtigt, im Gegensatz zur Rechtslage vor 1991, anders bereits damals in einzelnen Bundesländern und auf örtlicher Ebene, erstmals besondere Formen der Familienpflege in § 33 Satz 2. 2 Satz 2 i.V.m. Wie zunehmend mehr ausländische Rechtsordnungen, so ist auch der Gesetzgeber in der Bundesrepublik bestrebt, die schwierigen Entscheidungen in diesem Bereich »aus dem Zufall salomonischer Weisheit in die Gewissheit eines rational nachprüfbaren Prozesses zu überführen« (Simitis, in: Simitis/Zenz, 1975, Bd. 4 Dogmatische Festlegungen verbieten sich sowohl hinsichtlich der Altersgruppen der unterzubringenden Minderjährigen (so aber Krug, § 33, II S. 5: bei Überschreiten des 10. 21 m.w.N. Staudinger-Salgo, § 1631 Rz. Je intensiver diese Phase des Pflegeverhältnisses gestaltet wird, um so weniger Konflikte entstehen später. Vor einer Fremdunterbringung des Minderjährigen ist in aller Regel mehrfach und über längere Zeiträume hinweg versucht worden, den Familien auf andere Weise, meistens (Gegenbeispiel: BVerfGE 68, S. 176, 178, wo zwar ein Verstoß gegen § 1666a BGB vorgelegen haben mag, dennoch letztendlich das Kindeswohl bestimmend blieb; vgl. 3 Frankfurter Kommentar SGB VIII Kinder- und Jugendhilfe Bearbeitet von Herausgegeben von Johannes Münder, Thomas Meysen, und Thomas Trenczek 8., vollständig überarbeitete Auflage 2019. Auch hier sind a priori – Festlegungen für oder gegen die Verwandtenpflege nicht angebracht, vielmehr ist eine Gesamtabwägung aller Argumente mit den Personensorgeberechtigten unter Berücksichtigung ihres Wunsch – und Wahlrechts vorzunehmen. Jeder Aufschub in der Beurteilung eines Triebwunsches erscheint ihnen darum endlos; dasselbe gilt für die Dauer der Trennung von einem Liebesobjekt … (Das Kleinkind) erkennt als Eltern diejenigen Personen an, die von Stunde zu Stunde und Tag für Tag seine wichtigsten Körperbedürfnisse befriedigen, seine Gefühle erwecken und beantworten und für sein physisches und psychisches Wachstum und Gedeihen Sorge tragen.“. 1985, S. 170) durch Rechtswissenschaft und Rechtspolitik führt zu einer stärkeren Berücksichtigung kindlichen Zeiterlebens und der damit zusammenhängenden Trennungsempfindlichkeit insbesondere von noch jüngeren Kindern bei Interventionen (vgl. § 37 Rz. 11/5984, S. 71). 1 32 ist derzeit i. d. F. der Bekanntmachung v. 11.9.2012 (BGBl. 76) ist aus zahlreichen Gründen sehr unterschiedlich. und FuR 1992, S. 148 ff. 10 ff.). hierzu grundlegend Heilmann, 1988, S. 15 ff.) Die Vollzeitpflege i.S. mit umfangreichen Rechtsprechungsnachweisen; z.B. ; sowie Salgo, FamRZ 1999, S. 337, 342 ff. 119 m.w.N. SGB VIII Kinder- und Jugendhilfe Kommentar von Axel Stähr Senatsrat a.D. in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Berlin – Bandherausgeber – Jun.-Prof. Dr. Minou Banafsche Universität Kassel Institut für a) in Vollzeitpflege ( 33 SGB VIII), b) in einem Heim oder einer sonstigen betreuten Wohnform ( 34 SGB VIII), c) in intensiver sozialpädagogischer Einzelbetreuung ( 35 SGB VIII), sofern sie außerhalb des Elternhauses erfolgt, 43 1 BGB a.F. §§ 27, 33 wesentlich gestaltet – ist keine Institution der Jugendhilfe (vgl. auch solche Entscheidungen ermöglicht, die aus der Sicht der Eltern nicht akzeptabel sind, weil sie sich in ihrem Elternrecht beeinträchtigt fühlen (BVerfGE 68, S. 176, 190 f.): Wenn eine schwere und nachhaltige Schädigung des körperlichen oder seelischen Wohlbefindens des Kindes bei seiner Herausgabe zu erwarten ist, kann allein die Dauer des Pflegeverhältnisses zu einer Verbleibensanordnung nach § 1632 Abs. 6 Abs. 1 BGB (vgl. gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften (hierzu § 44 Rz. Auf dem Hintergrund dieser Diskussion der vergangenen Jahrzehnte lassen sich die nachfolgenden Zielperspektiven der Staatsintervention zusammenfassen: Einerseits greift das KJHG viele dieser Zielperspektiven und fachlichen Prämissen (Wiesner, § 33 Rz. Fachzentrum für Pflegekinderwesen Sachsen-Anhalt, Kommentierung von: Prof. Dr. Ludwig Salgo, Universität Frankfurt/ Main. 95 m.w.N.). (1982, S. 47) vorgeschlagen haben (für Verbleib bei Dauer der Unterbringung von zwölf Monaten bei einem Kind, das zum Zeitpunkt der Unterbringung bis zu drei Jahre alt war, und von 24 Monaten bei einem Kind, das zum Zeitpunkt der Unterbringung über drei Jahre alt war), wird z.B. 12; vgl. 1981, Sp. Das BVerfG hatte zur Vorbereitung dieser Entscheidung Gutachten (Lempp und Fthenakis) aus dem Bereich der Kinderpsychologie und -psychiatrie eingeholt: Danach hat die Trennung von Kleinkindern von ihren unmittelbaren Bezugspersonen unbestrittenermaßen als ein Vorgang mit »erhebliche(n) psychischen Belastungen« und mit einem »schwer bestimmbaren Zukunftsrisiko« zu gelten (BVerfGE 75, 201, S. 219). September 2012 (BGBl. belegen, dass für Kinder, die zu „Heim- und Pflegekindern“ werden, und ihre Eltern einerseits auch das differenzierte Hilfsangebot des KJHG aus unterschiedlichen Gründen nicht zugänglich wird, andererseits die komplexen und vielschichtigen Gründe (wie z.B. 40), die aber häufig über genau jenen dichten Sozialisationsrahmen und über Erfahrungen verfügen, mit welchen die Defizite des Kindes aufgeholt werden sollen. § 50 Abs. 22), d.h. ohne Umsetzung der im Hilfeplan gem. 2**. 41 Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen und seinen persönlichen Bindungen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie Kindern und Jugendlichen in einer anderen Familie eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten. 21 Zu den Schwierigkeiten der Realisierbarkeit der Rückkehrperspektive vgl. § 34 Rz. Heilmann, 1988, S. 178 ff., 252 ff. Die große Bandbreite des Kinder- und Jugendhilferechts mit seinen Schnittstellen zum jugend- und 18 eines triftigen Grundes bedürfen, um das Kind aus der Pflegefamilie herauszunehmen, unter Bezugnahme auf AG Frankfurt am Main, FamRZ 1982, S. 1120), was in jedem Einzelfall (BGB – RGRK – Wenz, § 1632 Rz. Im Zeitraum vom Inkrafttreten des SorgeRG (1980) bis etwa 1985 – am 17.10.1984 erging die erste Entscheidung des BVerfG (BVerfGE 68, S. 176) zu § 1632 Abs. 2 Abs. 1.3.2. Zum Verhältnis von Vollzeitpflege (§ 33) zur Heimerziehung (§ 34) vgl. Das SGB VIII berücksichtigt, im Gegensatz zur Rechtslage vor 1991, anders bereits damals in einzelnen Bundesländern und auf örtlicher Ebene, erstmals besondere Formen der Familienpflege in 33 Satz 2. KomDat-Jugendhilfe, 2/98, S. 2). Letztlich maßgeblich auch für diese Entscheidung ist der erzieherische Bedarf, dem die leiblichen Eltern gerade nicht gerecht werden konnten (Wiesner, § 33 Rz. vom OLG Frankfurt am Main (FamRZ 1983, S. 297) abgelehnt, weil die Besonderheiten des Einzelfalles vernachlässigt würden (vgl. § 33 ist nur ein Teil der besonderen Verankerungen der Philosophie der geplanten, zeit- und zielgerichteten Intervention im SGB VIII. §§ 27, 33) gem. Die regierungsamtliche Begründung zu § 33 geht davon aus, dass wegen des verstärkten Ausbaus qualifizierter ambulanter Hilfen für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der eigenen Familie daher zunehmend solche Kinder und Jugendliche in Betracht kommen, die nicht mehr über familienunterstützende Hilfen erreicht werden können (BT-Drucks. 368, 369). 31 besteht keinerlei Veranlassung zu einer zurückhaltenden Anwendung dieser Vorschrift (zur Indikation von Familienpflege oder Adoption vgl. ; Heilmann, 1988, S. 71 ff.) Zwischen zeitlicher Befristung und Hilfeplanung besteht eine strikt einzuhaltende Interdependenz. § 36 Abs. 4 BGB) und ob das Wohl des Kindes durch die beabsichtige Herausnahme gefährdet wird; es wird unter diesen Umständen keine Rolle mehr spielen, ob die „längere Zeit“ sich aus mehreren jeweils befristeten Zeitabschnitten zusammensetzt („Kettenpflegevertrag“). Adoption, wenn immer möglich durch die bisherige Pflegefamilie; Pflegschaft/Vormundschaft durch die bisherige Pflegefamilie, falls dies nicht möglich; sonstige Sicherung, auch rechtlicher Art, des Dauerpflegeverhältnisses. Eltern im Glauben zu lassen, sie hätten gute Aussichten, alsbald wieder mit ihrem Kind in der  Familiengemeinschaft zu leben, ist unverantwortlich, falls nicht fachlich abgesicherte Einschätzungen eine solche verantwortungsvolle Prognose stützen. Auch der Zehnte Kinder- und Jugendbericht (BT-Drucks. Tendenzen der Praxis zur Aufrechterhaltung von Schwebezuständen will der Gesetzgeber mit einem „Zwang zur Entscheidung“ (Wiesner, § 37 Rz. 16 1197 S. Hardcover § 33, an deren Zustandekommen Gerichte nicht beteiligt waren (bei sog. SGB VIII Kinder und Jugendhilfe Kommentar von Axel Stähr Senatsrat in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, Berlin – Bandherausgeber – Prof. Dr. Cornelia Bohnert Katholische Fachhochschule Berlin Dr. Michael In Einzelfällen wurde auch schon eine kürzere Zeit für ausreichend erachtet (OLG Celle, FamRZ 1990, S. 191 f.: nach siebeneinhalb und elf Monaten, ebenso Siedhoff, NJW 1994, S. 617: für ein 1jähriges Kind können bereits sechs Monate lang sein; andererseits BayObLG, DAVorm. § 1688 Abs. 22; Brötel, 1991,S. § 1696 Abs. Dies zeigt die Interdependenz der einzelnen Tatbestände von § 1632 Abs. 22b: Grundregel: je jünger das Kind desto eher Familien – oder familienähnliche Erziehung; Mrozynski, § 33 Rz. Leider hat die Philosophie der zeit- und zielgerichteten und geplanten Intervention bei den §§ 42, 43 keine gesetzliche Verankerung gefunden. ; Schellhorn, § 33 Rz. § 50 Abs. § 50 Rz. 11/5948, S. 71) im KJHG führen daher zu Konsequenzen auch im Rahmen der Überprüfungen der Anordnungen des FamG gem. 11/5948, S. 71). insofern eine Sonderstellung ein (Wiesner, § 33 Rz. 14; Münder u.a., § 33 Rz. § 44 Rz. sowie Salgo, FamRZ 1999, S. 337, 342 ff. 12) für Kinder unter 6 Jahren (vgl. Lässt sich das Ziel innerhalb der dafür vorgesehenen Zeit nicht erreichen, so ist die Zielvorgabe zu überprüfen, u.U. 2 und 3 BGB durchzuführenden Überprüfungen sind am kindlichen Zeiterleben und den dieses berücksichtigenden Vorgaben im Hilfeplan (§§ 36 Abs. § 27 Rz. Fachkräfte in diesem Bereich sowie Eltern wie Pflegeeltern werden die Rechtsprechung zu § 1632 Abs. Daneben besteht nach wie vor die Möglichkeit der Übertragung von Angelegenheiten der elterlichen Sorge auf Antrag der Eltern und der Pflegeperson auf die letzteren nunmehr durch das Familiengericht (§ 1630 Abs. § 1632 Abs. Weder sozialpädagogisch (vgl. 3) und darüber hinaus spricht – als auch hinsichtlich des zu präferierenden Modells der Pflegefamilie: Die vom Deutschen Jugendinstitut provozierte (DJI, 1987, S. 38 ff., 54 f.), eher destruktive Auseinandersetzung um die Funktion und Rolle von Familienpflege (nach DJI-Ansicht – ausgehend von den Erfahrungen im Modellprojekt »Tagespflege« – gilt ausschließlich das »Ergänzungsmodell«, die Pflegefamilie darf niemals zur »Ersatzfamilie« des Pflegekindes werden) sollte spätestens seit Inkrafttreten des KJHG überwunden sein; das Gesetz favorisiert zu Recht keines dieser jeweils für sich Ausschließlichkeit beanspruchenden Modelle (vgl. 3 BGB). Staudinger-Coester, § 1666 Rz. dejure.org Übersicht SGB VIII Abs./Nr./Satz hervorheben Rechtsprechung zu 37 SGB VIII § 36 Mitwirkung, Hilfeplan § 36a Steuerungs- verantwortung, Selbstbeschaffung § 37 Zusammenarbeit bei Hilfen außerhalb der eigenen Familie § 38 Vermittlung bei der Ausübung der Personensorge § 39 Leistungen zum Unterhalt des Kindes oder … 4). Auch wenn sich § 33 im Leistungskatalog der den Personensorgeberechtigten zustehenden Rechtsansprüche befindet, darf nicht übersehen werden, dass diese Hilfe „in erster Linie auf die Kinder und Jugendlichen als Hilfeempfänger“ zielt (Schellhorn, § 33 Rz. Jugendämter werden voraussichtlich weiterhin in breitem Umfang auf diese Unterbringungsform zurückgreifen, wenn auch in den vergangenen Jahren sich Verschiebungen zu Lasten der Vollzeitpflege im Verhältnis zur Heimerziehung (1998: 82.051 Kinder und Jugendliche in Heimerziehung und sonstigen betreuten Wohnformen) ergaben. 16). sowie FuR 1994, S. 219 ff. Sozialgesetzbuch (SGB) Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe - Dokumentnavigation: Vor-/Zurückblättern Zitiervorschlag: BeckOK SozR, 6. Eine feste Terminologie hat sich bislang für diese Unterbringungsformen noch nicht durchgesetzt, „heilpädagogische Pflegestellen“, „Sonderpflegestellen“, „Erziehungsstellen“, „Erziehungsfamilien“ u.a. Insofern zieht der mit dem KindRG neu ins BGB aufgenommene § 1688 BGB – aus § 38 Abs. 4 BGB a.F. Für besonders entwicklungsbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche sind geeignete Formen der Familienpflege zu schaffen und auszubauen. 25 22) bedürfen die von den Eltern ausgewählten Pflegepersonen gemäß § 44 Abs. § 91 nicht zu den Kosten herangezogen werden. 1) Pflegeperson im Sinne von § 44 Abs. 4; Salgo, a.a.O., S. 389 ff. §§ 27, 33, einem Minderjährigen Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege zu leisten (VG Arnsberg, FamRZ 1997, S. 1373, 1374; BayObLG, FamRZ 1997, S. 572 f.: Mitentzug des Antragsrechts auf jugendhilferechtliche Leistungen; a.A: Krug, § 33, I S. 3: Aufenthaltsbestimmungspfleger sei zugleich Personensorgeberechtigter i.S.v. 23 ff.). 1 GG (BVerfGE 88, S. 187 = FamRZ 1993, S. 782). Deshalb haben die Modalitäten der Umgangsregelung – einschließlich der Sicherstellung der entstehenden Kosten, der brieflichen, telefonischen und anderer Kontakte – im Rahmen der Hilfeplanung eine besondere Bedeutung. insbes. Art. 1 Satz 2: „Vor und während einer langfristig zu leistenden Hilfe außerhalb der eigenen Familie ist zu prüfen, ob die Annahme als Kind in Betracht kommt“; vgl. 12), erst recht nicht fiskalisch sind solche Verschiebungen gerechtfertigt; für manche Fachkraft in der Jugendhilfe sind Heime einfach bequemer. Die Erwägung, ob das Jugendamt in einer solchen Pflegestelle das Kind untergebracht hätte, führt nicht immer zu einer dem Wohl des Kindes entsprechenden Lösung, könnten doch der Zeitablauf, die besondere Trennungsempfindlichkeit eines Kleinkindes und andere Aspekte gegen eine Herausnahme des Kindes sprechen (wie hier Wiesner, § 33 Rz. Die von Amts wegen vom Familiengericht gem. sowie Umgangsregelungen in Betracht. 9 ff. ); es handelt sich um das Kind, mit dessen Schicksal das BVerfG (BVerfGE 75, S. 201) bereits befasst war (vgl. 6 Satz 1 wechselt die Zuständigkeit auf den örtlichen Träger, in dessen Bereich die Pflegeperson ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat, falls das Kind oder der Jugendliche zwei Jahre bei einer Pflegeperson lebt und sein Verbleib bei dieser Pflegeperson (voraussichtlich) „auf Dauer“ zu erwarten ist (s. § 86 Rz. Bewährt haben sich hier Verbundsysteme zwischen Heimerziehung und Vollzeitpflege. Hierzu zählen nach h.M. die Bindungen nicht nur zu den Pflegeeltern, sondern auch zu anderen Mitgliedern der Pflegefamilie, aber auch zum dortigen Umfeld insgesamt. §§ 42, 43. Wenn auch nicht von einem **»Zerrüttungsindikator«** im klassischen Sinne (vgl. Zur gegenseitigen Durchdringung, Beeinflussung und Überlappung dieser beiden – früher immer, heute nichts stets – eindeutig unterscheidbaren – Rechtsinstitute vgl. insbes. sind die geläufigsten Formen. Grundsätzlich könnten personensorgeberechtigte Eltern die Vollzeitpflege jederzeit beenden, jedoch können einer solchen Absicht wesentliche Umstände entgegenstehen: Die Lebensbedingungen in der Herkunftsfamilie könnten einem solchen Herausgabewunsch widersprechen und/oder die nunmehr eingetretene Befindlichkeit des Kindes oder Jugendlichen aufgrund des Zeitablaufs könnte der elterlichen Herausgabeabsicht entgegenstehen. Durchaus vorstellbar ist eine Wochenpflege, die zwischen den Eltern und Pflegeeltern vereinbart wurde – die Voraussetzungen der §§ 27 ff. 18); häufig bestehen auch besondere Unterstützungssysteme, auf die bei Bedarf kurzfristig zurückgegriffen werden kann. 9 Besondere Vorteile bot bislang der Umstand, dass in der Mehrzahl der Jugendämter Spezialdienste mit besonderer Fachlichkeit, Erfahrung und günstigen Fallzahlen für diese herausfordernden Aufgaben bestanden; dieser Standard ist seit einiger Zeit erheblich durch die Einebnung und Abschaffung dieser bewährten Spezialdienste bedroht. 1 GG) – und damit das Kindeswohl – auf dem Spiel stehen. von Lakies, FamRZ 1990, S. 698, 702 f. und ZfJ 1989, S. 521; Ditzen, NJW 1989, S. 2519 f.; Zweifel hinsichtlich der vom BVerfG erwarteten Prognoseentscheidung auch bei Soergel-Strätz, BGB, 12. Bietet die Verwandtenpflege die geeignete und notwendige Hilfe für dieses Kind mit seinen Problemlagen, so hat der Personensorgeberechtigte auch für die Verwandtenpflegestelle einen Rechtsanspruch gem. muss einerseits ständig vor der „Gefahr forscher Eingriffe in die Familie“ (Staudinger-Coester, § 1666a, Rz. SGB VIII Beschlossen auf der 124. Bereits 1968 hatte das BVerfGE darauf hingewiesen, dass Interventionen gerechtfertigt sein können, wenn »das Verhalten der Eltern dem Kind gegenüber … sich in dem für die Entwicklung des Kindes entscheidenden Zeitraum voraussichtlich nicht ändern« werde (BVerfGE 24, S. 119, 146). genügt oder ob die Aufrechterhaltung eines Entzugs des Personensorgerechts notwendig ist (BVerfG, FamRZ 1989, S. 145 ff.). § 1671 Abs. Es wird entscheidend darauf ankommen, ob die Situation und das Verhalten der Eltern „sich in dem für die Entwicklung des Kindes entscheidenden Zeitraum voraussichtlich … ändern“ wird (BVerfGE 24, S. 119, 146 = FamRZ 1968, S. 578). § 1632 Abs. Erst durch diese Entscheidungen waren die vor Verabschiedung des SorgeRG vorhandenen Zweifel hinsichtlich der Vereinbarkeit von § 1632 Abs. Nicht zuletzt die Verdeutlichung der verfassungsrechtlich begründeten Subjektstellung des Kindes in der Rechtsprechung des BverfG (vgl. aber Rz. 11/5948, S. 71). Leider werden auch nicht in allen Jugendämtern die Chancen zur fachlichen Qualifikation dieses sensiblen Bereichs mittels Beratung und Unterstützung von  Zusammenschlüssen der Pflegeeltern genutzt, obwohl Jugendämter hierzu gesetzlich verpflichtet sind (§§ 37 Abs. Die zur Fremdplatzierung des Kindes führenden Ursachen stehen hier im Mittelpunkt: Im Hilfeplanungsverfahren müssen diese Ursachen, die zur Fremdplazierung geführt haben, schonungslos offengelegt werden, was häufig unterlassen wird. 6 Abs. 611, 615): 24 § 38 Rz. Lebt der Minderjährige beim Vormund bzw. 1 und nicht auf ein Adoptivkind eingestellt, die dafür ursächlich sind, dass es nicht vermehrt zur Adoption kommt (vgl. Pflegegeld aus öffentlichen Mitteln, das im Rahmen einer Vollzeitpflege gem. Am Ende des Jahres 1997 lebten in Deutschland 52.134 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien. Statt „Hilfen zur Erziehung“ gem. der veröffentlichten Rechtsrechung zu § 1632 Abs. Das Verbleiben des Kindes bei den Pflegeeltern ist um so eher zu bejahen, je länger sich das Kind bei ihnen befindet. Zahlreiche ausländische Rechtsordnungen, aber auch nationale Foren (54.