So lag der Anteil der arbeitenden Frauen Ende der 1980er Jahre bei 78,1 Prozent - damit gehörte die DDR in puncto weiblicher Erwerbstätigkeit zu den Spitzenreitern weltweit. Auch dort stellten sich Frauen ähnliche Fragen wie Frauen im Westen. Da der Arbeitstag in der Regel zwischen sechs und sieben Uhr begann, mussten Mütter entsprechend früh aufstehen, um ihre Kinder zu versorgen und manchmal über weite Wege in die Betreuungseinrichtungen bringen und nachmittags wieder abholen. Aussagekräftige Zahlen wie in Großbritannien gibt es bei deutschen Medienunternehmen nicht. Rechtlich festgeschrieben war in der DDR der Grundsatz des gleichen Lohns für gleiche Arbeit. Damit ist die DDR zu diesem Zeitpunkt schon deutlich weiter als die alte Bundesrepublik. Die SED-Parteipropaganda machte zugleich deutlich, dass es eine volle Gleichberechtigung nur geben könne, wenn die Frau auch voll erwerbstätig werde. Gefeiert wurde er am 8. 3 GG einschlägig, der einfachgesetzlich umgesetzte wurde. So gibt es bis 1957 den Gehorsamsparagraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch. Links Verlag, 320 Seiten, 25 Euro. Und da ist ganz eindeutig zu sehen, dass während über 80 % der Männer in kurzer Zeit in höhere Karrierejobs aufsteigen, ist das nur bei einer Minderzahl der Frauen der Fall.". Der Plan ging auf. Dadurch natürlich auch weniger in leitende Stellungen aufrücken konnten, die besser bezahlt waren. „Der Demokratische Frauenbund hatte eine eigene Fraktion in der Volkskammer mit 35 Abgeordneten. 18.05.2020, 17:57 Uhr. Denn Gleichberechtigung heißt für die SED-Funktionäre nicht politische Gleichberechtigung. Den Frauen sollten alle Möglichkeiten offen stehen. Sie ist ein echtes Ostgewächs, geboren in Gera, aufgewachsen in Dessau und Halle. Frauen sollen aus der Abhängigkeit von ihren Ehemännern befreit werden, nicht aber aus der von der Partei. Der Mitteldeutsche Rundfunk ist Mitglied Jahrhunderts institutionalisierte die DDR ab ihrer Gründung die Gleichberechtigung, insbesondere die gleiche Behandlung von Frauen und Männern in Beruf und Ausbildung. Erst seit 1977 brauchen Frauen in der Bundesrepublik nicht mehr die Genehmigung ihres Mannes, wenn sie arbeiten wollen. Im Arbeitsleben herrscht in der BRD noch lange keine Gleichberechtigung. Mit Babyjahr, Ehe-Kredit oder der Krankengeldzahlung bei Erkrankung eines Kindes sollte Beruf und Familie für Frauen vereinbar werden. In der ersten Legislaturperiode sollte alles, was gegen den Gleichheitsgrundsatz in Artikel 3 verstößt, geändert werden. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des "Equal Pay Day" am 17. MDR AKTUELL | Frauentag | 08. 1949 setzte die sozialdemokratische Abgeordnete Elisabeth Selbert durch, dass die Gleichberechtigung in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurde. Sowohl in den westlichen Sektoren als auch in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands – kurz SBZ - waren die Männer knapp. Anna Kaminsky: "Und dann stand aber noch der Einkauf an und angesichts der Mangelversorgung bedeutete das, dass man durch mehrere Läden oftmals laufen musste, um das zu bekommen, was man wollte.". Und es gibt eine wunderbare Statistik über die Aufstiegschancen von Hochschulabsolventen in der DDR. der, Lotte Ulbricht: "Überwindet Eure Minderwertigkeitsgefühle! Trotz dieser "zwei Jobs" sind viele Frauen stolz darauf, finanziell unabhängig zu sein. Kaminsky zeigt auch, dass das immense Engagement der berufstätigen Mütter nicht unbedingt mit besseren Aufstiegschancen belohnt wurde. 1976 beschließt der Rat der Europäischen Gemeinschaft einen Plan für eine neue Gesetzgebung, die bei der "Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz" helfen soll. Um den Arbeitskräftemangel in der Produktion zu mildern, erhielten Frauen im Osten Deutschlands bereits 1946/47 - verfassungsrechtlich verbrieft - dieselben Rechte wie die Männer. Sie ging von der marxistischen Theorie aus, nach der die 'Frauenfrage' als Teil der 'sozialen Frage' gelöst und die Unterdrückung der Frauen mit der Abschaffung der kapitalistischen Verhältnisse überwunden werden … 2.10.2020 - … Denn im real existierenden Sozialismus galt die Gleichberechtigung der Frau als vollzogen. Nach Rücktritten beim Eisschnelllaufverband, Deutsche Ratspräsidentschaft in der Coronakrise, Vor 70 Jahren "besetzten" zwei Studenten Helgoland, Von den Schwierigkeiten schreibender Frauen, Andruck - Das Magazin für Politische Literatur. Vor 40 Jahren, am 25. Auf dieser Basis sollte sich in den nachfolgenden Jahrzehnten ein sozialistisches Frauenbild entwickeln, dessen Erfüllung die Betroffenen immer wieder an den Rand des Machbaren bringen sollte: "Die moderne Frau in der DDR sollte nicht nur voll berufstätig sein. Es gab schon die Möglichkeit, auch an Gesetzesverfahren teilzunehmen. Gleichberechtigung: Mehr Frauen in der deutschen Politik. Deshalb hatten die Mütter und Väter des Grundgesetzes eine Übergangsregelung ins Grundgesetz geschrieben. Eine Anfrage der Linken an die Bundesregierung zeigt: Frauen im Südosten Thüringens verdienen im Vergleich mit anderen Kreisen und Städten am wenigsten. https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-247384.html. In der Bundesrepublik hingegen ging die Bedeutung dieses Tages verloren. Deswegen fragt MEDIEN360G jetzt nach. Art. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der DDR ist nicht mehr als ein Mythos. #MeToo in der DDR. In der BRD hingegen geht es da noch ganz anders zu. Aber alle Maßnahmen waren immer nur auf Frauenrechte gerichtet, nicht auf die Geschlechterfrage. Der Film fragt nach: Was wollen Frauen? Ostdeutsche Frauen in der Politik: Einleitung 2 2. Dabei fürchteten sich DDR-Frauen bereits Ende der 1960er Jahre weniger davor, ein uneheliches Kind zu bekommen, denn diese waren in der DDR bereits in den 1950er Jahren ehelich Geborenen gleichgestellt worden. Doch auch mit der Abschaffung des Gehorsamsparagraphen 1957 ändert sich nur in der Theorie etwas. 1. Und in den Thesen unseres Zentralkomitees heißt es, dass die Gleichberechtigung der Frau in der Deutschen Demokratischen Republik eine der größten Errungenschaft ist. Gleichberechtigung muss in der Politik, aber auch am Küchentisch verhandelt werden. Das Babyjahr oder Anspruch auf einen Betreuungsplatz sollte die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. 2.1 Rahmenbedingungen für Frauen in der ehemaligen DDR 2 . Ihren Kindern sollte sie eine liebevolle Mutter und ihrem Mann eine zwar beruflich gleichberechtigte, aber dennoch fürsorgliche Ehefrau sein.". Im Grundgesetz ist hier v.a. Sie sollte sich auch ständig weiterbilden und in gesellschaftlichen Organisationen aktiv sein. Ein Rückblick von Kathrin Aehnlich. Die diplomierte "Sprachmittlerin", wie Übersetzer in der DDR hießen, hat nach dem Mauerfall promoviert und arbeitet seit 2001 als Geschäftsführerin in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin. 22:35Uhr Anna Kaminskys Bestandsaufnahme geht weit zurück bis in die frühe Nachkriegszeit. Viele Vorschriften im Familienrecht stimmten mit der neuen Verfassung nicht überein. 20, Abs. Wie sehen Lebensentwürfe von Frauen aus - heute und damals? Frauen in der DDR Wohl doch keine Gleichberechtigung 11.07.2019. Mutige Frauen sprachen in den 1980ern das Thema Sexismus und sexuelle Gewalt an und brachen damit ein Tabu. In Großbritannien müssen Arbeitgeber von der Queen bis zu den Medien jährlich angeben, wie es sich mit dem Gender Pay Gap verhält. https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video42366.html. Zwar hat es in der DDR bei weitem keine wirkliche Gleichberechtigung von Frauen gegeben, aber es war für die allermeisten Frauen zumindest selbstverständlich einen Arbeitsplatz zu haben. Frauen bekommen für ihre Arbeit immer noch weniger Geld als Männer. Doch die Praxis sah anders aus: Es gelang nur wenigen Frauen, Spitzenpositionen in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Kultur zu erringen. Das bisschen Haushalt ... erledigten Frauen nach dem Arbeitstag im Betrieb, inklusive Kindererziehung, Wäscheservice und Familienbewirtung - selbstverständlich auch am Wochenende. Mit dem Bild einer jungen Regierungschefin hat es Finnland weltweit in die Schlagzeilen geschafft. 12.03.2020 Mit dem Gesetz "Über den Mutter- und Kinderschutz" vom 27. Über 90 Prozent von ihnen arbeiteten oder machten gerade eine Ausbildung. Doch so schön die Gleichberechtigung in der Theorie aussieht, so sehr hinkt die Praxis hinterher: In 40 Jahren DDR gibt es im Politbüro des ZK nicht ein einziges weibliches Mitglied mit Stimmrecht, in den Ministerrat schaffen es nur zwei Frauen. Dieser stammt von 1900 und lautet: "Dem Manne steht die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu." So Lotte Ulbricht zum Frauentag 1963. ", Und, so führt Kaminsky weiter aus: "Es gibt auch die Kehrseite dieser Medaille: dass auch viele Frauen gesagt haben, sie wollen diese Leitungsposition gar nicht, weil das mit einem verstärkten gesellschaftlichen Engagement verbunden gewesen wäre. Und dieses gesellschaftliche Engagement sah in der DDR vor, dass man vor allem zur Versammlung ging. Verlag Neue Gesellschaft, Bonn, 2. Für die Frauen bedeutete ihre Berufstätigkeit, dass sie oftmals allein für Haushalt, Familie und Kinder zuständig waren, neben einer mehr als 43-Stunden-Woche im Beruf. Gleichwohl seien rückständige Auffassungen ihnen gegenüber noch sehr stark. Weder in der Wirtschaft noch in der Politik. Die Gleichberechtigung ist in den Ideen von Humanismus und Aufklärung verwurzelt und Wesenskern der Menschenwürde. In Artikel 7 der Verfassung vom Oktober 1949 heißt es: "Mann und Frau sind gleichberechtigt. Anna Kaminsky, Autorin des Buches "Frauen in der DDR", beschreibt diese so: "Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann ist es so, dass Frauen oft zusätzlich zu den 43 Stunden Arbeitszeit, die sie pro Woche im Durchschnitt ableisteten, weitere 43 Stunden mit Arbeiten im Haushalt, mit Einkaufen, mit Wäsche waschen, mit Wohnungputzen zugebracht haben. Der so genannte "Gender Pay Gap", die unterschiedliche Entlohnung von Frauen und Männern, liegt in Deutschland nach aktuellem Stand immer noch bei gut 20 Prozent. Doch bis heute gibt es bei der tatsächlichen Gleichberechtigung – beispielsweise bei der Bezahlung – noch Handlungsbedarf. Und Ende der 80er Jahre ist dieses Soll sogar tatsächlich erreicht: Die Erwerbsquote von Frauen liegt bei 91,2 Prozent. Frauen in der DDR. Mit ihrem Buch über "Frauen in der DDR" rückt Anna Kaminsky dem Mythos der perfekten Gleichberechtigung von Mann und Frau in der DDR zu Leibe und hat sich damit nicht nur Freunde gemacht. Artikel 3 lautet somit: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt". Aber hatte dies tatsächlich eine Gleichstellung von Männern und Frauen zur Folge? Gleichberechtigung in der DDR war ein Kollateralschaden Die Historikerin geht davon aus, dass der Aufstieg von Frauen in richtige Führungsämter bewusst von den Männern unterbunden … Die Vorläuferorganisation, der Demokratische Frauenbund Deutschlands, war die einzige Frauenorganisation in der DDR. In der DDR galten Frauen als emanzipiert und gleichberechtigt, schließlich hat die Mehrheit von ihnen gearbeitet. So wurde er zum festen Bestandteil der DDR. Anna Kaminsky: "Frauen in der DDR"Ch. Junge Frauen in der ersten Reihe – das ist kein Zufall, schreibt unsere finnische Autorin. Die volle Gleichberechtigung der Frau ist, trotz der Meilensteine in der DDR-Verfassung oder der Gleichberechtigung am Arbeitsplatz von 1980, immer noch nicht abgeschlossen. Eine Frau, die erwerbstätig sein möchte, benötigt bis Ende der 50er Jahre also das Einverständnis ihres Gatten. Das Krasse: Vieles von dem, was für … In den östlichen Bundesländern wird der 8. Einer davon war die Gleichberechtigung der Frauen. Sie waren entweder im Krieg geblieben oder noch in Kriegsgefangenschaft und als sie zurückkehrten oftmals versehrt, traumatisiert und nicht einsetzbar. Die DDR verschwand, mit ihr auch Vorteile. Es ist das Verdienst dieses Buches, das Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Gleichberechtigung in der DDR aufzudecken und mit konkreten Zahlen aus den offiziellen Statistiken, wie etwa vom DDR-Institut für Bedarfsforschung zu belegen. Erfahren Sie hier mehr über die Frauenpolitik in der DDR. Und was mich sehr gewundert hat. Diese Maßnahmen werden heute vielfach als Beleg ins Feld geführt, dass die DDR der Bundesrepublik in punkto Gleichberechtigung der Frau überlegen gewesen sei. Nicole Thomas und Julia Ryssel verabreden sich vorm Erotikmarkt sprechen über Frauen und die Liebe. März. Doch in der großen DDR-Politik fehlten Frauen trotzdem. Auch im sozialistischen Teil Deutschlands ist es nicht gelungen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu vollenden. Da die Gleichstellung der Frau offizielles Ziel der SED-Politik war, wurde die DDR als „Hort der Gleichberechtigung“ dargestellt. "Bis Ende der 80iger Jahre ist es nach wie vor so, dass vor allem die Männer die Karriere machen. Frauen in der DDR Verordnete Emanzipation − ohne Diskussion. Gleichberechtigung von Frauen und Männern In den letzten 100 Jahren hat es bei der Gleichstellung der Geschlechter große Fortschritte gegeben. Welche Hoffnungen, Träume und Wünsche hatten Frauen? Und wundert, dass es ein solches Buch über Frauen im Westen auch nicht gibt.". Die SED-Parteipropaganda machte zugleich deutlich, dass es eine volle Gleichberechtigung nur geben könne, wenn die Frau auch voll erwerbstätig werde. Aufl. Hören Sie hier die Geschichte (4:39 Minuten). Die erste Legislaturperiode von 1949 bis 1953 verstrich, ohne dass ein Änderungsgesetz zustande kam. Die Erklärung schloss allerdings Fr… Und viele Frauen haben gesagt, das schaffen wir gar nicht.". "Es geht aber auch darum, zu akzeptieren, dass weder Männer noch Frauen alles gleichzeitig und ohne Einschränkungen und Abstriche haben können. Und das mal alles in einem Buch zusammenzufassen, das gab noch nicht. In der Familienpolitik scheute die DDR keine Kosten. Gleichberechtigung: DDR und BRD im Vergleich. Während in der BRD ein neues Zeitalter beginnt, haben die DDR-Frauen schon seit Jahren eine Doppelbelastung. In Artikel 7 der Verfassung vom Oktober 1949 heißt es: "Mann und Frau sind gleichberechtigt. Zu diesem Fazit kommt die Berliner Publizistin Anna Kaminsky in ihrem Buch "Frauen in der DDR". Frauen hatten nicht das Recht zu arbeiten, sondern die Pflicht dazu Frauen konnten in fast allen Berufszweigen arbeiten Das Ideal im DDR-Sozialismus war eine lebenslange Berufsttätigkeit Männer bis zum 65sten und Frauen bis zum 60sten Lebensjahr Die volle Gleichberechtigung der Frau ist, trotz der Meilensteine in der DDR-Verfassung oder der Gleichberechtigung am Arbeitsplatz von 1980, immer noch nicht abgeschlossen. 1987. Zwischen Rollenbildern, Gender und #metoo erleben Frauen öffentliche Diskussionen um ihre Belange. Zur optimalen Darstellung unserer Webseite benötigen Sie Javascript. März hingegen bis heut… Juni 1980 verabschiedet der Bundestag dann ein Gesetz über die Gleichbehandlung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz. Leben in der DDR - „Gefangen“ zwischen Emanzipation von oben und Aufwachsen in einer Männerwelt 2 . Christiane Dietrich (Mitte frontal) und Petra Streit (rechts daneben) wollten mit der "Frauenteestube" in Weimar einen Raum schaffen, in dem sich Frauen ganz offen austauschen konnten - auch über Sexismus und sexuelle Gewalt. Internationalen Frauentag verkündet Walter Ulbricht: Im östlichen Teil haben wir genau entsprechend dem Programm, das wir im Juli 1945 verkündeten, die Gleichberechtigung der Frau verwirklicht. Dabei wird vergessen, dass es für arbeitsfähige Frauen (und Männer) eine auch strafrechtlich verankerte Pflicht zur Arbeit gab. Das ist die berühmte zweite Schicht.". Frauen & Gleichberechtigung: Reden wir über das Steuersystem und nicht über Periodenblut Dabei wäre es wichtiger, über ökonomische Gleichberechtigung zu reden. DDR-Frauen hätten mehr Qualifikationen als je zuvor errungen. Im Gegenzug waren die Männer in der DDR jedoch nicht bereit, ihre Bequemlichkeit aufzugeben und die Familien- und Hausarbeit paritätisch zu teilen, konstatiert Buchautorin Kaminsky: "Und deshalb war man auch in der DDR, wo die Männer das Sagen hatten und Männer darüber entschieden, wann eine Frau gleichberechtigt ist oder nicht, da war man au… Im Gegenzug waren die Männer in der DDR jedoch nicht bereit, ihre Bequemlichkeit aufzugeben und die Familien- und Hausarbeit paritätisch zu teilen, konstatiert Buchautorin Kaminsky: "Und deshalb war man auch in der DDR, wo die Männer das Sagen hatten und Männer darüber entschieden, wann eine Frau gleichberechtigt ist oder nicht, da war man auch der Meinung, das bisschen Haushalt, das kriegen die doch 'mit links' gebacken.". In der DDR hat die Gleichstellung von Anfang an Verfassungsrang. 1994 erkannte der Gesetzgeber, dass faktische Schritte notwendig sind um das Ziel zu erreichen. Doch auch hier gilt: "Bis Ende der achtziger Jahre haben Frauen im Durchschnitt dreißig Prozent weniger verdient als Männer", so Anna Kaminsky, Geschäftsführerin Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. März 2020 mitteilt, verdienten Frauen mit durchschnittlich 17,72 Euro brutto in der Stunde 4,44 Euro weniger als Männer (22,16 Euro). Weltweit einzigartig. Auf dieses Ziel ist in der DDR alles ausgerichtet. "Das hatte zum einen damit zu tun, dass natürlich über Jahrzehnte Frauen einen geringeren Bildungs- und Ausbildungsstand hatten als Männer. Romina Schmitter: Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung in Deutschland. Sagt Brigitte Triems, Vorsitzende des Demokratischen Frauenbundes. September 1950 legte die SED den Grundstein für ihre Frauen- und Familienpolitik. Männer arbeiteten dagegen knapp 59 Stunden pro Woche. Diese Schlagzeile konnte man nach der Bundestagswahl überall finden. Alle Mitgliedstaaten sollen sämtliche Gesetze und Vorschriften sofort aufheben, die diesem Gleichberechtigungsgrundsatz entgegenstehen. Schaut man beispielsweise auf die Anteile von Arbeit und Freizeit bei Frauen und Männern, im Jahr 1969, so stellt man fest, dass die voll berufstätigen Mütter in der DDR eine wöchentliche Gesamtarbeitszeit von mehr als 93 Stunden zu leisten hatten, um alle Aufgaben zu meistern. Doch das klappte in der Realität nicht immer so gut. Und es mutet fast visionär an, dass in der DDR-Verfassung festgeschrieben ist, dass Frauen und Männer gleich bezahlt werden müssen. 2018 hat die Differenz 4,51 Euro betragen. 2 der Verfassung verankert: „Mann und Frau sind gleichberechtigt und haben die gleiche Rechtsstellung in allen Bereichen des … ", DDR-Frauen schon seit Jahren eine Doppelbelastung, Thema Gerechtigkeit: It’s a man’s world, Mehr Führung für Frauen: Medien und Gender Pay Gap, #MeToo in der DDR: Aufbruch zum Tabubruch, "Der ostdeutsche Mann, das eindimensionale Wesen", Der ostdeutsche Mann, das eindimensionale Wesen, Frauen im Saale-Orla-Kreis verdienen am wenigsten, Recht auf Urlaub, Kita, Wohnung: So sozial war die DDR, Ostfrauen: "Bei uns endete die Gleichberechtigung an der Wohnungstür". Berufstätigkeit, Kinder, Haushalt, Freizeit und Familienleben – wer behauptet, man oder frau könne all dies ohne zusätzliche Belastungen unter einen Hut bringen, sollte die Geschichte der Gleichberechtigung in der DDR genau anschauen. März 2020 | 21:44 Uhr. Vieles von dem, was in der DDR für Frauen als selbstverständlich galt, ging nach der Wende verloren. Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: Bis 1961 flohen rund 3,5 Millionen Menschen aus der SBZ, das waren rund 20 Prozent der Bevölkerung in diesem Teil Deutschlands. In Deutschland nicht. Vor allem in der Familienpolitik scheute der Staat keine Kosten. Was bedeutete das für die Kinder? Egal ob die Frauen über Politik oder über feministische Theologie diskutieren wollten: Sie taten sich zusammen, weil sie den Widerspruch erlebten zwischen der staatlich propagierten Gleichstellung und ihrer Mehrfachbelastung durch Familie, Haushalt und Beruf. Den Anstoß, genauer zu recherchieren wie berufstätige Frauen in der DDR den Spagat zwischen Beruf und Familie meisterten, habe sie von außen bekommen, sagt Kaminsky: "Was bedeutete eigentlich volle Berufstätigkeit? So wurde… Auf dem Weg zur Gleichberechtigung? Gleichberechtigung in der Verfassung der DDR In der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) gehörte die Gleichberechtigung der Frauen zu den offiziellen Zielen der sozialistischen Gesellschaftspolitik. Die grundlegenden Probleme, vor denen Männer und Frauen … Nah dran In der Realität jedoch waren die Frauen in den 1950er und 60er Jahren alles andere als gleichberechtigt. Gleichberechtigung der Frauen im Wandel der Zeit Frauen hatten nicht immer die gleichen Rechte wie Männer. Hinzu kam eine starke Fluchtwelle gen Westen. Vielfältiges Themenangebot zur Geschichte Mitteldeutschlands vom Mittelalter über NS-Zeit und DDR bis zur Nachwendezeit. Für Freizeit und Erholung blieben den Männern 50 Stunden, den Frauen jedoch nur 27, also gerade mal die Hälfte. Im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen entstand 1910 bei Sozialistinnen die Idee zu einem "Internationalen Frauentag". Do ", Was am Ende bleibe, ist die Bewunderung für das, was die Generation der Mütter und Großmütter unter den schwierigen Alltags-Bedingungen der DDR bewältigt hat, sagt Anna Kaminsky und fügt hinzu: "Obwohl ich eine Vorstellung davon hatte und obwohl ich das ungefähr wusste, das war wirklich nochmal, dass ich manchmal dachte, boah, wie haben die das geschafft?".